Koordinationstraining

Aus sportmotorischer Sicht bezeichnet Koordination das
Zusammenwirken von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur innerhalb eines gezielten
Bewegungsablaufes. Für Therapeuten hat Koordination auch mit der richtigen
Körperhaltung zu tun.


Koordinationstraining spricht neben Gleichgewichtsfähigkeiten weitere koordinative
Fähigkeiten wie die Kopplungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit
sowie die Differenzierungsfähigkeit an.

Übungen:

Der Baum im Wind:
In hüftbreiter Fußstellung bewegt man den gestreckten Körper abwechselnd
mehrmals nach vorne und dann nach hinten. Anschließend nach links und dann
nach rechts. Man kann sich dabei vorstellen, ein Baum im Wind zu sein. Der Körper
sollte gerade und fest, aber nicht verspannt sein. Die Bewegung erfolgt aus den
Fußgelenken. Es empfiehlt sich, die Übungen barfuß oder mit Socken
auszuüben.
Einbeinstand: Wie ein Flamingo steht man bei dieser Übung auf einem
Bein. Das freie Bein ist leicht angehoben und die Hüfte frontal ausgerichtet.
Wenn man den Schwierigkeitsgrad erhöhen möchte, kann man auf eine weiche
Matte umsteigen. Danach die Übung mit geschlossenen Augen ausführen.Dieser
Einbeinstand kann durch Übungen an Seilzügen oder mit kleinen Hanteln
beliebig verändert werden. Dabei empfiehlt sich sehr, auf eine perfekte Bewegungstechnik
und ein kontrollierbares Gleichgewicht zu achten. Das Trainingsgewicht ist eher
Nebensache.
Blinde Kuh: Das Koordinationstraining in der blinden Ausführung ist
die wohl schwierigste Aufgabe. Dabei sollte man besonders auf die vielen kleinen
Korrekturen, die der Körper vornimmt um das Gleichgewicht zu halten, achten.
Zusatzgeräte: Trainingsgeräte wie Gymnastikmatten, Balancegeräte,
Schaukelbretter, Therepiekreisel oder Pezzibälle sind aus einem professionellen
Koordinationstraining nicht mehr wegzudenken.

Zur Gewährleistung eines effektiven Koordinationstrainings:

  • Koordinationstraining sollte nur bei optimalem
    Regenerationszustand betrieben werden.
  • Koordinationstraining immer vor dem Konditionstraining
    machen.
  • Bewusste und exakte Bewegungsausführung
  • Wiederholtes und planmäßiges Trainieren

Zur Steigerung der Trainigsreize im fortschreitenden Trainingsprozess:

Ein gutes Positionsgefühl bzw. eine gute Tiefensensibilität
ist für alle Bewegungen im Sport wichtig. Sie gewährleistet die axiale
segmentale Koordination und verhindert somit einen unökonomischen Energieaufwand,
eine Überbeanspruchung einzelner Muskelgruppen und haltungsbedingte Schmerzen.
Sie sollte somit auch eine Grundlage für das Kraft-, Ausdauer-, Aerobictraining
im Fitness-Studio sein.

  • Vom Liegen ins Sitzen in den Stand und in die Bewegung.
  • Vom Zweibein- zum Einbeinstand.
  • Zuerst mit geöffneten, dann mit geschlossenen
    Augen.
  • Vom stabilen zum labilen Untergrund.
  • Von einfachen zu komplexen Bewegungen.
  • Von bekannten zu unbekannten Bewegungen.
  • Von leichten zu schwierigen Bewegungen.

Je höher die koordinativen Fähigkeiten:

Je höher die koordinativen Fähigkeiten ausgeprägt
sind, umso präziser, direkter und ökonomischer können Bewegungsabläufe
ausgeführt werden. Daraus resultiert für die muskuläre Belastung
bei der Bewegung:

  • ein verminderter Energieaufwand
  • eine Reduzierung des Sauerstoffbedarfs
  • ein verminderter Krafteinsatz
  • eine erhöhte Leisungsfähigkeit
  • geringere Ermüdung
Koordinative Fähigkeiten
Definition
Trainingspraxis/Übungsbeispiele
Differenzierungsfähigkeit
Feinabstimmung einzelner Teilkörperbewegungen
in der Gesamtbewegung.

Komplexe Krafttrainingsübungen mit Maschinen, Hanteln und in der
Funktionsgymnastik
Einfache, alltägliche Bewegungen (z.B. Bücken, Einbeinstand)
auf dem Therapiekreisel, Rebound, Posturomed.

Gleichgewichtsfähigkeit
Erhaltung oder Wiederherstellung des Körpergleichgewichts
bei wechselnden Umwelt- bzw. Situationsbedingungen.
Krafttraining mit freien Gewichten.
Gleichgewichtsübungen auf dem Therapiekreisel , Rebound…
Kopplungsfähigkeit
Kombination und Organisation von
Teilkörperbewegungen untereinander in ihrem zeitlichen, räumlichen
und dynamischen Ablauf.
Kombination Bein- und Armbewegungen
bei Aerobic
Übungen auf dem Therapiekreisel…
Orientierungfähigkeit
Bestimmung der Veränderung der Lage
und Bewegung des Körpers im Raum, sowie die raumorientierte Steuerung
der Bewegung.
Wirbelsäulengymnastik in verschiedenen
Körperpositionen.
Reaktionsfähigkeit
Schnelle und zweckentsprechende
Ausführung von Bewegungen auf verschiedene Signale oder Reizsituationen.

Bewegung auf Musik oder Zeichen des Aerobictrainers.
Partnerübungen z.B.(Fußringkampf im Einbeinstand)

Rythmusfähigkeit
Erfassen, Wahrnehmen, Speichern und Umsetzen
eines vorgegebenen Rythmus.
Bewegung auf Musikrythmus in der Aerobic

Indoorcycling
Umstellungsfähigkeit
Bewegungsanpassung auf Situationsänderungen Hindernisparcours beim Inline-Skaten
Neue Aerobic-Choreographie
Beinpresse mit Therapiekreisel als Stemmfläche der Füße


weiteres:

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