Nur nach einer vollständigen Regeneration ist
man wieder optimal belastbar, im Falle einer geglückten Superkompensation
sogar höher. Während der Regeneration werden Muskelfibrillen erneuert
und zusätzliche aufgebaut, erschöpfte Energiespeicher durch Zufuhr
von Kohlenhydraten wieder aufgefüllt und das durch die Belastung geschwächte
Immunsystem regeneriert und sogar gestärkt. Ohne eine ausreichende aktive
Regeneration kommt der Gesammtorganismus in einen katabolen (abbauenden) Zustand.
Die Abwehrkräfte im Körper werden nicht stabilisiert, sondern gemindert.
Grundsätzlich gilt: Je älter und untrainierter der Sportler ist, desto länger
dauert seine Regeneration.
Regenerative Trainingsformen:
Entspannungsmaßnahmen:
Ausreichend Schlaf:
Für die Regenerationsphase ist es wichtig, ausreichend zu schlafen. Im
Schlaf werden vermehrt Wachstumshormone freigesetzt.
Stretching als eigenständige Trainingskomponente: Um den Regenerationsprozess
anzukurbeln, kann man eine Trainingseinheit mit Stretching gestalten. Nachdem
man sich ordentlich erwärmt hat -gezielt dehnen. Dadurch werden Muskelverspannungen
abgebaut, die Entspannungsfähigkeit des Muskels wird beschleunigt, die
Rehabilitation des Muskels nach Verletzungen angekurbelt und Muskelschmerzen
reduziert. Außerdem wird die Gelenkbeweglichkeit verbessert, die Zugtoleranz
des Muskels gesteigert und die Kraftfähigkeit des Muskels erhöht.
Es empfiehlt sich, die Dehnung 20 Sekunden aufrecht zu halten.
Detonisierendes Stretching: Pro Übung mindestens 30 Sekunden dehnen.
Entspannungsmassagen:
Entspannungsduschen: Der Duschvorgang sollte in den letzen 10 bis 30
Sekunden mit kaltem Wasser beendet werden. Noch besser wären anschließend
Wechselduschen. Es bewirkt eine Erhöhung der Widerstandskraft gegen Infektionen.
Die Warmwassertemperatur (38-42 Grad) sollte ein bis zwei Minuten andauern,
die Kaltwassertemperatur (10-15 Grad) nur 10-30 Sekunden. Wechselduschen sollten
immer mit einem kalten Guß enden, um eventuelle Entzündungsprozesse
durch Überlastung der Muskeln, Sehnen und Knochenansätze abklingen
zu lassen.
Entmüdungsbäder: Entmüdungsbäder mit Temperaturen
zwischen 36-38 Grad beeinflussen durch die Wärme und die Auftriebswirkung
des Wassers die Regeneration positiv. Die durchdringende Wärme hilft dabei,
Psyche und Körper zu entspannen. Die Wärmereize können auch Muskelschmerzen
lindern. Das Bad sollte etwa 15 Minuten andauern.
Ist die Muskulatur hochgradig übersäuert und verspannt, wird das Entmüdungsbad
bei Temperaturen um 40 Grad für maximal 20 Minuten angewandt. Im Anschluß
ist eine kalte Dusche zu empfehlen, weil dadurch die Stoffwechselaktivität
in Haut und Muskulatur gesteigert und das Wohlbefinden positiv beeiflusst wird.
Fangopackungen und Moorbäder: Weil die feuchte Masse auf der Haut
langsam trocknet und sich dabei zusammenzieht, werden physikalische Reize an
Haut, Gewebe und Muskulatur abgegeben. Sie üben ähnlich einer Massage,
Wärmeeffekte aus und beruhigen und entspannen so die Muskulatur. Die Eigenschaft
der Fangopackung, viel Wärme auf einen lokal begrenzten Bereich zu übertragen,
führt darüber hinaus zu einem verbesserten Stoffwechsel. Fangopackungen
sollten 15-20 Minuten lang andauern.
Sauna: Ein Saunabesuch kann aus 3-4 Durchgängen mit je 8-15 Minuten
bestehen. Nach jedem Durchgang ist Frischluft und kaltes Wasser (Duschen/ Baden)
günstig. Danach folgt eine Erholungsphase im Ruheraum. Wer regelmäßig
sauniert, unterstüzt die regenerativen Prozesse durch folgende Effekte:
Entspannung, Abhärtung, Aktivierung des Immunsystems, verbesserte Dehnbarkeit
der Muskeln und größere Gelenkbeweglichkeit. Vor Wettkämpfen
darf mindestens zwei Tage nicht sauniert werden. Bei akuten Erkrankungen mit
Fieber und Entzündungen oder grippalen Infekten ist das Saunabaden untersagt.
Massagen: Massagen wirken wohltuend und regenerationsfördend. Die
verspannte Muskulatur wird gelockert, die Anspannungsfähigkeit des erschlafften
Muskels wird deutlich verbessert, Flüssigkeitsansammlungen im Bereich der
Gelenke können sich zurückbilden, die Blutzirkulation wird beschleunigt
und der Stoffwechsel verbessert, Nervosität und psychische Spannungszustände
können abgebaut werden.
Die Massagen sollten in normalen Trainingszeiten ein- bis zweimal wöchentlich
und in Hochbelastungsphasen jeden zweiten Tag zur Anwendung kommen.
Hydrotherapie: Einerseits wirken hier alle Eigenschaften des Warmwasserbadens,
andererseits die des massierenden Wasserstrahls. Dieser drückt mehr oder
weniger ausgeprägte Dellen in das Gewebe, wodurch eine starke Haut- und
Muskeldurchblutung entsteht. Durch den so angeregten Stoffwechsel werden auch
Stoffwechselschlacken schneller aus der Muskulatur entfernt.
Elektrotherapie: Dabei werden rhythmische Impulse mit unterschiedlichen
Fequenzen und Amplituden auf einzelne Nerven und Muskelfasern gegeben. Modernste
Elektronik erlaubt es, elektrische Signale so zu formen, dass der Eindruck von
Klopfen und Kneten der Muskulatur entsteht. So läßt sich ebenfalls
eine Lockerung der Muskulatur sowie eine Linderung von Muskelschmerzen erzielen.
Progressive Muskelrelaxation: Die progressive Muskelrelaxation ist eine
Methode , die über den Wechsel von Entspannung und Anspannung bestimmter
Muskelgruppen einen Zustand der Entspannung herbeiführt. Die Anspannung
der einzelnen Muskelpartien sollte 5 bis 10 Sekunden andauern und in dieser
Zeit immer stärker werden, bis eine maximale Spannung erreicht wird. Danach
löst man schlagartig die Spannung. Dabei sollte man die Körperempfindung
ganz genau beobachten. Wie fühlt es sich an, entspannt zu sein?
Die Entspannungsphase, in der die Muskulatur mit einer vermehrten Durchblutung
und tiefer Entspannung reagiert, dauert 20 bis 40 Sekunden.
Das langfristige Ziel dieses Entspannungsverfahrens liegt darin, die Kontrolle
über den aktuellen Anspannungszustand der Muskulatur so gut zu erlernen,
daß es nicht mehr notwendig ist, die Muskeln wirklich anzuspannen. Die
Entspannung erfolgt durch Vergegenwärtigung.
Autogenes Training: Zur Entspannung können progressive bewusstseinsschulende
Bewegungsübungen gemacht werden.
Asiatische Techniken: Asiatische Techniken wie Tai Chi oder Yoga helfen,
seinen Körper zu entspannen.
Naive Entspannungsübungen: Die Übungen unterscheiden sich von
den vorhergehenden Methoden dadurch, dass sie nicht erlernt werden können
und nicht allgemein übertragbar sind. Zu den naiven Entspannungstechniken
zählt alles, was man gerne und mit Muße tut. Für den einen ist
es ein Spaziergang, für den anderen ein Kinobesuch.
Gezielte Atemübungen:
Schlaf: Wer seinem Schlaf etwas mehr Beachtung schenkt, kann die Qualität
und Quantität des Schlafes positiv beeinflussen, was letztlich der seelisch-körperlichen
Verfassung des Athleten zugute kommt. Zu den körperlichen Funktionen des
Schlafes gehört die Regeneration der Muskeln, Sehnen oder Bänder,
die Aufladung der Energiespeicher oder die Stabilisierung und Stärkung
des Immunsystems.
Zu den psychischen Funktionen des Schlafs zählt das Abspeichern und das
Verfestigen von Informationen. In Form von Träumen werden die Ereignisse
des Tages weiterverarbeitet, wodurch das Gehirn von überflüssigen
Altlasten befreit wird.
Die notwendige Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und liegt
zwischen 5 und 10 Stunden. 4 bis 5 Stunden Schlaf pro Tag stellen ein Minimum
dar und dürfen nicht unterschritten werden.
Erholungsphasen: In Erholungsphasen mehrerer Wochen kann sich der Sportler
psychisch und physisch erholen. In solchen mehrwöchigen Regenerationsphasen
darf man sich durchaus noch sportlich betätigen, vor allem, wenn es in
einer anderen Sportart geschieht als in der gewohnten. Intensive Belastungen
oder Leistungkontrollen sollten in diesem Zeitraum vollkommen ausbleiben.
Die wöchentliche Trainingsplanung sollte mindestens einen Tag als Regenerationstag
mit entsprechenden regenerationsfördernden Maßnahmen vorsehen.
Bei mehreren Trainingseingeiten pro Tag sollten mehrstündige Erholungsphasen
mit ausgewählten Regenerationsmaßnahmen eingehalten werden.
Ernährungsbezogene Regeneration: Negative Komponenten wie Alkohol, Kaffee,
Nikotin, die die Regeneration bremsen, sollten vermieden werden. Es ist sinnvoll,
frische Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Salate, Vollkornprodukte zu sich
zu nehmen. Kohlenhydratreiche Kost füllt den Energie-Speicher wieder auf.
Werden nach Training oder Wettkampf keine Kohlenhydrate zugeführt, kann
der Körper nur unzureichend regenerieren. Erst wenn die Kohlenhydrat-Versorgung
anläuft, können hormonelle Umstellungen den Körper wieder in
eine anabole Phase bringen. Auf fetthaltige Nahrungsmittel sollte verzichtet
werden, weil Fett die Kohlenhydrataufnahme verlangsamt.
Flüssigkeitsausgleich: Für eine erfolgreiche Regeneration ist ein
Flüssigkeitsausgleich zwingend nötig. Es ist sinnvoll, mit Getränken
wie Apfelsaft-Schorle oder Mineralwasser den Defizit auszugleichen.
Molkeprodukte: Molke beschleunigt den Ammoniakabbau und ist ein Katabolie-Schutz.
Obst, Gemüse oder Salat: Zusätzlich empfiehlt es sich, Obst, Gemüse
und Salate zu essen, um Vitamine und Mineraldefizite auszugleichen.
Magnesiumzusätze: Magnesium verbessert die Kontraktions- und Muskellockerung.
Die empfohlene Tagesdosis ist ca. 200-300mg Magnesium/ Tag
Vitamin C und E Zusätze: Die Vitamine C und E sind freie Radikalen Fänger.
Die empfohlene Tagesdosis ist Vitamin C: 0,75-1,25 Gramm. Vitamin E: 0,5-1 Gramm
Zink: Zink wird für den Aufbau von Eiweißstrukturen (Muskulatur/ Sehnen/
Bänder/ Immunsystem) genutzt. Man empfiehlt eine zusätzliche Zufuhr von ca.
5-10 mg/Tag.
| Regenerationszeit nach sportlicher Aktivität | |
| Vollständige Auffüllung entleerter muskulärer Creatin-Phosphat-Speicher | 4-6 Min. |
| Rückkehr von Herzschlagfrequenz und Blutdruck zum Ausgangswert | 20 Min. |
| Normalisierung der Unterzuckerung | 20-30 Min. |
| Gleichgewichtszustand im Säuren-Basen
Haushalt / |
30 Min. |
| Nachlassen der starken Hemmung der Proteinsynthese in beanspruchter Muskulatur | 60 Min. |
| Umschlag von der katabolen (abbauenden) in die überwiegend anabole (aufbauenden) Stoffwechsellage | 90 Min. |
| Erste Wiederherstellung der ermüdeten Muskulatur (Regeneration gestörter neuromuskulärer und sensomotorischer Funktionen | 2 Std. |
| Ausgleich im Flüssigkeitshaushalt / Rückbildung der Blutverdickung | 6 Std-1 Tag |
| Wiederauffüllung des Leberglykogens | 1 Tag |
| Auffüllung des Muskelglykogens in beanspruchter Muskulatur | 2-7 Tage |
| Wiederherstellung der verminderten Immunabwehr | 3-4 Tage |
| Auffüllung muskulärer Fettspeicher | 3-5 Tage |
| Regeneration wichtiger Funktionsenzyme im aeroben Energiestoffwechsel / Normalisierung verminderter Muskelausdauerleistung | 7-14 Tage |
| [ back ] |
www.fitness-infos.com |
www.fettarmleben.de |
www.diet-guide.com |