Fette sind schlecht, oder?

Oft gestellte Fragen – Fett ist nicht gleich Fett

  • Welche Bestandteile der Nahrung, außer dem Cholesterin, beeinflussen
    LDL-Cholesterin im Blut?

    Weniger das Nahrungscholesterin als vielmehr die Art
    und Menge der zugeführten Fettsäuren bestimmen die Cholesterinkonzentration
    im Blut. Daneben beeinflußt auch auch der Ballaststoffgehalt und die Art des
    Proteins den Cholesterinspiegel im Blut.

  • Wie kann das Fett nach seiner Herkunft eingeteilt werden.

    Das Fett wird in – Tierisches Fett – Pflanzliches
    Fett eingeteilt.

  • Was sind Fettsäuren?

    Fettsäuren sind chemische Verbindungen von Kohlenstoff
    , Wasserstoff und Sauerstoff . Sie bestehen aus einer unterschiedlich langen
    Kette von Kohlenstoffatomen, deren freie Arme je durch ein Wasserstoffatom
    besetzt (gesättigt) sind. Je nach Länge der Kette (entspricht der Zahl der
    Kohlenstoffatome) spricht man von kurzkettigen (bis 4 C-Atome), mittelkettigen
    (6-10 C-Atome) und langkettigen Fettsäuren (über 10 C-Atome).
    Sind die C-Atome jeweils nur durch eine Bindung (C- C) verknüpft, spricht
    man von gesättigten Fettsäuren, findet sich mindestens eine Doppelbindung
    (C = C) spricht man von ungesättigten Fettsäuren. Ist nur eine Doppelbindung
    in der gesamten Kette vorhanden, handelt es sich um einfach ungesättigten
    Fettsäuren, bei mehreren Doppelbindungen um mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
    Die Kettenlänge und die Zahl der Doppelbindungen bestimmen die biologischen
    Eigenschaften der Fettsäuren.

  • Gibt es Unterschiede zwischen den pflanzlichen Fetten?

    Unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Konsistenz
    (fest oder flüssig) unterscheiden sich pflanzliche Fette in erster Linie in
    ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung aus gesättigten, einfach ungesättigten
    und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Pflanzliche Öle sind, bis auf wenige
    Ausnahmen wie Kokosfett, Kakaobutter und Palmkernfett, besonders reich an
    mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren, gleiches gilt für die Margarinesorten,
    die überwiegend aus pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellt werden.

  • Wie sind gesättigte und ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung
    verteilt?

    Gesättigte Fettsäuren finden sich in allen Nahrungsmitteln
    tierischer Herkunft (Fleisch, Wurst, Fisch, Milch, Milchprodukte). Bestimmte
    pflanzliche Fette enthalten ebenfalls einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren.
    Dazu gehören z.B. Kokosfett, Palmkernfett und Kakaobutter. Einfach ungesättigte
    Fettsäuren sin in hoher Konzentration in Oliven- und Rüböl enthalten, aber
    auch in einer Reihe von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Mehrfach
    ungesättigte Fettsäuren finden sich in hoher Konzentration in pflanzlichen
    Fetten und Ölen (z.B. Distelöl, Sonnenblumenöl).

  • Wie beeinflussen die unterschiedlichen Fettsäuren den Cholesterinspiegel?

    Kurz- und mittelkettige Fettsäuren haben keinen Einfluß
    auf den Cholesterinspiegel. Bei langkettigen Fettsäuren muß zwischen gesättigten
    und ungesättigten Fettsäuren unterschieden werden. Langkettige gesättigte
    Fettsäuren (z.B. Laurinsäure, Myristin- und Palmithinsäure) führen zu einem
    Anstieg des Cholesterins, langkettige einfach ungesättigte Fettsäuren (z.B.
    Ölsäuren) oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Linolsäure) wirken cholesterinsenkend,
    wenn sie anstelle von gesättigten Fettsäuren aufgenommen werden. Gesättigte
    Fettsäuren vermindern die Aktivität der LDL-Rezeptoren in der Leberzelle.
    Ausnahme ist die gesättigte Stearinsäure, die sich diesbezüglich neutral verhält.

  • Was sind raffinierte Fette?

    Raffinierte Fette sind gereinigte Fette, sie sind
    entsäuert, deodoriert, entfärbt und gedämpft. Durch die Raffination werden
    Schadstoffe wie Pestizide, Schwermetalle und Schimmelreste entfernt. Der Linolsäuregehalt
    bleibt gleich, verloren gehen teilweise die Vitamine E und A.

  • Was sind gehärtete Fette?

    Durch Anlagerung von Wasserstoffatomen an ungesättigten
    Verbindungen (Doppelbindungen zwischen Kohlenstoffatomen) können mehrfach
    ungesättigte Fettsäuren (Öle) ganz oder teilweise in gesättigte Fettsäuren
    umgewandelt werden. Dadurch erhöht sich der Schmelzpunkt, d.h. die vorher
    flüssigen Öle werden zu festen oder halbfesten Fetten. Diesen Prozeß bezeichnet
    man als Fetthärtung (Hydrogenierung). Die Fetthärtung ist für die Margarineproduktion
    von Bedeutung weil dadurch Öle nach Belieben in streichfähige Fette mit höherem
    Schmelzpunkt umgewandelt werden können, die sich dann in gewünschter Weise
    zu Margarine verarbeiten lassen.

  • Was sind Omega-3-Fettsäuren?

    Omega-3-Fettsäuren sind Fettsäuren mit bis zu sechs
    Doppelbindungen und einer Kettenlänge bis zu 22 C-Atomen. Die erste Doppelbindung
    liegt am dritten C-Atom, gezählt vom Methylende der Fettsäure, daher Omega-3.
    48. Wo kommen Omega-3-Fettsäuren vor? Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in
    Kaltwasserfischen enthalten. Die Fische nehmen die Omega-3-Fettsäuren mit
    dem Meeresplankton auf.

  • Welche Auswirkungen haben die Omega-3-Fettsäuren auf den Fettstoffwechsel?

    Erhöhte Trigylceridkonzentration können durch die
    Einnahme von Omega-3-Fettsäuren gesenkt werden, was u.a. auf die verminderte
    Produktion von VLDL und den verstärkten Abbau der VLDL zu LDL zurückzuführen
    ist.

  • Haben Omega-3-Fettsäuren auch Wirkungen, die nicht den Fettstoffwechsel
    betreffen?

    Omega-3-Fettsäuren vermindern die Thrombosebildung,
    senken gering den Blutdruck und wirken entzündungshemmend. Es wurden Therapieerfolge
    bei einigen Hautkrankheiten sowie bei rheumatischen Gelenkerkrankungen beschrieben.

  • Sollte man Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln oder
    Fischmahlzeiten zu sich nehmen?

    Prinzipiell wäre es besser, Omega-3-Fettsäuren durch
    den Verzehr von Fischen aufzunehmen, allerdings muß dabei der z.T. hohe Energie-
    und Gesamtfettgehalt berücksichtigt werden. Große Mengen, wie sie notwendig
    sind, um erhöhte Triglyceridkonzentrationen günstig zu beeinflussen, sind
    daher ohne die Einnahme von Kapseln kaum erreichbar.

  • Verändert sich der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Meeresfischen
    bei der Zubereitung (Kochen und Braten)?

    Sowohl beim Kochen und Braten von Fisch ändert sich
    der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren nicht. Gleiches gilt für die Zubereitung
    mit der Mikrowelle und für eingedosten und konservierten Fisch.

  • Was sind Omega-6-Fettsäuren?

    Omega-6-Fettsäuren sind Fettsäuren mit bis zu 4 Doppelbindungen
    und einer Kettenlänge bis zu 22 C-Atomen. Die Bezeichnung Omega-6 kommt daher,
    daß die erste Doppelbindung am sechsten C-Atom liegt, gezählt vom Methylende
    der Fettsäuren. Sie sind die “mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

  • Wo kommen Omega-6-Fettsäuren vor?

    Omega-6-Fettsäuren (z.B. als Linolsäure) kommen vor
    allem in Pflanzenölen wie Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja- und Distelöl vor.

  • Welche Auswirkungen haben die Omega-6-Fettsäuren auf den Fettstoffwechsel?

    Omega-6-Fettsäuren senken das Gesamt- und LDL-Cholesterin.
    Bei einer sehr hohen Zufuhr kann auch eringfügig das HDL-Cholesterin gesenkt
    werden.

  • Was sind trans-Fettsäuren?

    Aufgrund der unterschiedlichen räumlichen Anbindung
    benachbarter Kohlenstoffatome wird zwischen den trans-Fettsäuren und den cis-Fettsäuren
    unterschieden. Ungesättigte Fettsäuren liegen in der Regel in cis-Form vor.
    Trans-Fettsäuren entstehen entweder durch biologische oder industrielle Hydrierung
    (Härtung von Fetten) von cis-Fettsäuren. Die biologische Hydrierung findet
    im Pansen der Wiederkäuer statt, deren Produkte dementsprechend auch trans-Fettsäuren
    enthalten. Butter weist einen wechselnden Anteil von trans-Fettsäuren auf
    (im Durchschnitt 2,4% des Gesamtfettgehalts), der sich je nach der Nahrung
    der Kühe verändert (im Sommer mit Frischfutter finden sich mehr trans-Fettsäuren).
    Diät-Margarinesorten, die heute in der Bundesrepublik Deutschland hergestellt
    werden, enthalten trans-Fettsäuren in für den Fettstoffwechsel nicht relevanten
    Mengen.

  • Wie wirken sich trans-Fettsäuren auf den Cholesterinspiegel
    aus?

    Trans-Fettsäuren steigern in gleichem Ausmaß wie gesättigte
    Fettsäuren das LDL-Cholesterin, senken aber zusätzlich das HDL-Cholesterin
    (wenn sie anstelle von Ölsäuren mit der Nahrung aufgenommen werden). In Deutschland
    ist die durchnittliche Aufnahme von trans-Fettsäuren gering.

  • Was sind kaltgepreßte Öle?

    Bei der Herstellung von kaltgepreßten Ölen werden
    die Früchte mechanisch ausgepreßt. Nach einer kurzen Wasserdampfbehandlung
    wird das Öl abgefüllt. Da es nicht chemisch behandelt wird, bleibt das Aroma,
    die Farbe und der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen erhalten. Allerdings werden
    Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, polyzyklische Kohlenwasserstoffe)
    nicht entfernt.

  • Kann man mit einfach bzw. mehrfach ungesättigten Fettsäuren
    kochen, braten und fritieren?

    Es ist nicht sinnvoll, Pflanzenöle mit einfach bzw.
    mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu verwenden, wenn Temperaturen von mehr
    als 200 C erreicht werden sollen, da sich bei diesen Temperaturen die Doppelbindungen
    der ungesättigten Fettsäuren lösen und sie dann in gesättigter Form vorliegen.
    Generell empfiehlt es sich beim Kochen, Schmoren oder Braten nur sehr wenig
    Fett zu verwenden und die Speisen in beschichteten Pfannen, im Aluminium-
    oder Bratfolie oder im Römertopf zu zubereiten, auf das Fritieren sollte möglichst
    verzichtet werden.

  • Wie hoch kann man ungesättigte Fettsäuren, wie z.B. Oliven-
    oder Distelöl, erhitzen?

    Diese Pflanzenöle kann man bis zu 200 Grad C erhitzen.
    Wird diese Temperatur überschritten, werden sie in Glycerin und freie Fettsäuren
    gespalten. Das Glycerin wird bei weiterem Erhitzen in das gesundheitsschädliche
    Acrolein verwandelt, was durch einen stechenden Geruch des Fettes deutlich
    wird. Keinesfalls sollten daher Öle und Margarine so hoch erhitzt werden,
    daß Rauch aufsteigt.


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